Catull, Liebes- & Haßgedichte

Catull, Liebes- & Haßgedichte
famiro records
1 1 CD | 13,13 €/1 CD Lieferzeit 2-3 Tage Gewicht: 0.1 kg
aus den Anmerkungen zur Catull-CD
Drei meiner besten Freunde sind tot. Seit langem. Ich unterhalte mich oft mit ihnen, zur Zeit - ich weiß, es ist etwas ungehörig, über solche Intima mit Fremden zu plaudern - am liebsten mit demjenigen, der am längsten unter der Erde - in einem Himmel? - weilt, mit dem ältesten, dem modernsten. Sicher, auch die andern zwei, Francois Villon und Carl Michael Bellmann, beherrschten die Formen und Moden ihrer Zeit virtuos und hatten dazu den genialisch individuellen, zukunftsweisenden Touch, sicher, auch sie besingen meine Lieblingsthemen - wessen nicht? - Liebe, Tod und Wein leichthändig und tiefgründig, sie haben mich damit durch drei Jahrzehnte Singens und Rezitierens begleitet, aber Catull, Gaius Valerius Catullus aus dem siebten Jahrhundert nach Gründung der Stadt Rom, eilt noch mehr seinem Zeitgeschmack voraus, schafft noch mehr eigenständigen (und geschmacks-bildenden) Ausdruck, berührt mich noch mehr mit der Intensität seiner Gefühle. Und - und das verbrüdert ihn dem modernen "neuen" Mann - er nimmt seine Geliebte, seine Lesbia, in Liebe wie in Zorn und Schmerz ernst, sie ist ihm gleich-wertig. Sicher auch, die andern beiden hab ich lieben gelernt in Übersetzungen, die kongenial ausschweifende von Paul Zech und die verspielt-ironische Zuckmayersche, während mich bei Catull gerade eine spröde latein-professorale Translatierung im Rahmen eines freundschaftlichen Über-setzungswettstreits vor einem Jahr in Schwung brachte. Seiner Intimität wollte ich gerecht werden und plötzlich war ich beim Fränkischen, dem verfemten, übelll belllleumundeden, und hatte das Gefühl, mich damit meinem Freund nähern zu können. Und wenn Nichtfranken, nachdem sie einige dieser "Gedichtler" gehört haben, sagen würden: "Ich wußte gar nicht, wie angenehm und innig Fränkisch sein kann.", so wäre dies das schönste Lob. Und daß mein Freund Joachim Adamczewski auch noch leichtfüßige Melodien zu einer Handvoll davon gemacht hat, wird "meinen" Catull erst recht freuen ebenso wie die lesbia-feiernden Bilder von Herbert Rosendorfer, die dieser zu dem "von Amor inspirierten" Werk (H.R.) beigesteuert hat. Ganz besonders danke ich ihm, daß er sie auch für die CD zur Verfügung gestellt hat. Hans Boas

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